Freitag, 24. Februar 2012

(Filme) KÖNIG DER FISCHER

USA 1991 - 132 Min. - 1,85:1 - Terry Gilliam

"Du bist das Tollste seit der Erfindung des Gewürzbords."

Terry Gilliam, ehemals kreativer Kopf der britischen Anarcho-Komiker "Monty Python", und Drehbuchautor Richard LaGravenese haben mit König der Fischer nichts Geringeres vollbracht, als ein neues Film-Genre zu erschaffen, und zwar schlicht eines, welches sich aus nahezu allen anderen bisher zur Genüge erschöpften Genres zusammensetzt und dabei trotzdem konsequent der heiter-traurigen Handlung folgt. Weitere Attribute für dieses surreale Meisterwerk lassen sich beliebig einreihen, so finden sich neben den oben genannten Hauptmerkmalen ebenso Elemente des Thrillers, schnulziger Liebesstreifen sowie des Action- und mittelalterlichen Kostümfilms. Und über dem ganzen schwebt die gesamte Zeit eine fast beiläufige, aber unglaublich intensive Melancholie des Absurd-Witzigen, so dass man eigentlich nie recht weiß, ob man nun gemeinsam mit den Charakteren lachen oder weinen sollte.

Aber am Schluss, nach allerlei tragischen und traurigen Ereignissen, erwartet den Zuschauer ein wunderschönes, unbeschämt und ungezügelt kitschiges Happy-End, welches ihn noch lange bis nach dem Abspann ein kleines Lächeln behalten lässt. - Warum heißt der Film eigentlich König der Fischer? Jeder Zuschauer sollte nach dem Abspann eine Antwort auf diese Frage gefunden haben. Trotzdem lässt es Terry Gilliam auf wunderbare Art und Weise offen, welcher seiner Charaktere der kranke Fischer-König und wer der unbedarfte aber errettende Thor ist. Ist es Jack, der Parry, dem Penner, dem von der Gesellschaft Ausgestoßenen, seine Würde und schließlich sein normales Leben wiederbringt? Oder umgekehrt, wird der gebrochene Ex-Star durch die Unterstützung und Vergebung seines Freundes in die Welt zurückgeholt?

Es treffen wohl beide Varianten gleichzeitig zu in diesem Meisterwerk, das die Genres vereint, wie noch kein Film es zuvor geschafft hat, der nahezu alle Themen, für die sich Menschen interessieren, auf eine simple aber universelle Formel zusammenzukürzen im Stande ist: Man bekommt, was man gibt, und wenn es nur ein wenig Nächstenliebe ist, die man gibt, ist das bestimmt nicht der schlechteste Anfang.

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