Donnerstag, 6. September 2012

(Filme) CHILDREN OF MEN

OT: Children of Men
USA/GB 2006 - 109 Min. - 1,85:1 - Alfonso Cuarón

"Zieh' an meinem Finger!"

Dieser Film schafft etwas, bei dem die allermeisten Genre-Kollegen bereits in den ersten Einstellungen scheitern, nämlich ein glaubhaftes Bild der näheren Zukunft zu entwerfen - optisch zumindest, inhaltlich wird zum Thema "Unfruchtbare Menschheit" die moralinsaure Methapernkeule schon arg geschwungen. Aber sei's drum, wenn man den Protagonisten durch totalitär überwachte Städte folgt, die irgendwo zwischen versiffter Lethargie und Hightech-Werbebannern vor sich hin vegetieren, kommt man unweigerlich zu dem Schluß: Ja, so könnte's in 20 Jahren bei uns aussehen.

Regisseur Cuarón beweist eindrucksvoll, dass er sich seinerzeit bei Harry Potter und der Gefangene von Askaban weit, weit unter Wert verkauft hat und präsentiert sich als Großmeister der langen Einstellungen - bei denen er nach eigenen Angaben ziemlich getrickst hat, was dem Betrachter aber nicht auffallen dürfte. Der sitzt mit offenem Mund davor und staunt über minutenlange, spektakulär kombinierte Action-Sequenzen, die scheinbei ohne auch nur einen einzigen Schnitt auskommen (eine Verfolgungsjagd mit Motorrädern und die finale Ballerei sind schlicht grandios).

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